Anhand von naturgetreuen Tastmodellen erfühlen die Besucherinnen und Besucher der Südstadtmensa in Rostock verdächtige Veränderungen an Brust und Hoden. Am Stand des CCC-MV zeigen Johanna Schmidt und Valerie Bonke ganz praktisch, worauf bei der Früherkennung von Tumoren zu achten ist. Die Reaktionen sind unterschiedlich: „Jüngere Menschen scheinen manchmal aufgeschlossener zu sein und tasten genau“, sagt Schmidt. „Aber gerade ab dem mittleren Lebensalter gibt es immer auch Berührungsängste mit dem Thema Krebsvorsorge.“ Sie und ihre Kollegin setzen sich am CCC-Stand auch dafür ein, das Thema Krebs zu enttabuisieren.
Daneben erklären Prof. Dr. Steffen Emmert und Philipp-Kjell Ficht, welch schädigenden Einfluss intensive Sonnenstrahlung auf die Haut haben kann – gerade angesichts des nahenden Sommers und der langen Strände im Land. Hautkrebs gilt als die mit Abstand häufigste Krebsform beim Menschen, weiß Steffen Emmert. Der Dermatologe ist nicht nur Direktor der Hautklinik, sondern auch Hautkrebsforscher.
Sein Doktorand Philipp-Kjell Ficht untersucht den Einfluss von Titandioxid auf Haut und Gene, zum Beispiel durch Sonnencremes. Seine Ergebnisse präsentiert er im Zuge der Langen Nacht der Wissenschaften im großen Hörsaal der Physik vor breitem Publikum: „Wer hat sich heute eingecremt?“, fragt er das überraschte Auditorium. „Wir haben einen UV-Index von 5. Da hätte man sich eincremen müssen.“ Ficht erläutert, wie man das Risiko von sogenannten lichtinduzierten Tumoren reduzieren kann. Auch durch Sonnencreme. Inwiefern diese selbst toxisch ist, untersucht er im Rahmen seiner Doktorarbeit. Seine Vermutung: Bei geschädigter Haut könnte Titandioxid zu weiteren Schäden führen. Das müsse er jetzt prüfen. Die Erkenntnisse präsentiere er dann auf der Langen Nacht der Wissenschaft 2027.