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Nichtrauchen ist cool: Krebs vorbeugen statt nachsehen

Der Anteil rauchender Jugendlicher steigt wieder. Mit dem Präventionsprojekt „Nichtrauchen ist cool“ zeigt das CCC-MV Schülerinnen und Schülern, warum Tabakkonsum das Krebsrisiko erhöht. Das Konzept setzt auf interaktive Wissensvermittlung, medizinische Einblicke und das Gespräch mit Krebspatientinnen und -patienten.

In der Universitätsmedizin Rostock findet die Präventionsveranstaltung "Nichtrauchen ist cool" für Jugendliche statt.

Bei „Nichtrauchen ist cool“ lernen Schülerinnen und Schüler, welche Folgen Rauchen für den Körper haben kann. Allein 2026 erreicht das CCC-MV mit dem Präventionsangebot mehr als 700 Jugendliche. (Foto: CCC-MV)

Anett Seifert hält einen interaktiven Vortrag über die Schäden durchs Rauchen.

Dr. med. Anett Seifert erklärt den Schülerinnen und Schülern, wie Tabakrauch den Körper schädigt und warum Rauchen das Risiko für Krebserkrankungen erhöht. (Foto: CCC-MV)

Anett Seifert und ein Patient führen das Gespräch zu den Folgen einer Krebserkrankung.

Im persönlichen Gespräch mit einem an Krebs erkrankten Menschen erfahren die Jugendlichen, welche Folgen eine Krebserkrankung für Alltag und Leben haben kann. Dr. med. Anett Seifert moderiert das Gespräch und ordnet die Aussagen medizinisch ein. (Foto: CCC-MV)

 

Nach vielen Jahren des Rückgangs rauchen wieder mehr Jugendliche in Deutschland. Nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit bezeichneten sich 2025 9,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen als Raucherin oder Raucher. 2021 waren es noch 6,1 Prozent. Gleichzeitig gewinnen E-Zigaretten und andere Nikotinprodukte an Bedeutung. Besonders der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten ist unter Jugendlichen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.*

Krebsprävention muss daher: früh ansetzen. Denn Tabakkonsum gehört zu den wesentlichen vermeidbaren Risikofaktoren für verschiedene Tumorerkrankungen. Das CCC-MV richtet sich deshalb mit seinem Präventionsprojekt „Nichtrauchen ist cool“ gezielt an Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 14 Jahren. In der Projektwoche vom 8. bis 11. September lud der Standort Rostock erneut Schulklassen an die Universitätsmedizin ein.
 

Krebs erklären und begreifbar machen

In zwei Stunden nähert sich das Programm dem Thema aus drei unterschiedlichen Perspektiven. Zunächst erklären Ärztinnen und Ärzte, was Tabakrauch im Körper bewirkt und wie Rauchen zur Entstehung von Krebserkrankungen beitragen kann. Dabei bringen sie neben medizinischem Fachwissen auch Erfahrungen aus ihrem klinischen Alltag ein.

Anschließend wird sichtbar, was sonst meist abstrakt und schwer vorstellbar bleibt: Ein mit der Pneumologie der Universitätsmedizin Rostock eigens für das Projekt erstelltes Bronchoskopie-Video (Lungenspiegelung) zeigt Filmaufnahmen aus dem Inneren einer krebsbefallenen Lunge und vermittelt den Schülerinnen und Schülern einen unmittelbaren Eindruck davon, wie eine Tumorerkrankung im Körper aussehen kann.

Den dritten Teil bildet das persönliche Gespräch mit einem an Krebs erkrankten Menschen. Die Ärztinnen und Ärzte moderieren und ordnen die Aussagen in den medizinischen Kontext ein. Die Jugendlichen können all ihre Fragen stellen und erfahren aus erster Hand, welche Folgen eine Erkrankung für den Alltag und das weitere Leben haben kann. Dieses Angebot wird trotz der großen Betroffenheit auf Seiten der Patientinnen und Patienten, aber auch der Jugendlichen intensiv genutzt.
 

Prävention als eine Kernaufgabe eines Comprehensive Cancer Centers

Mit „Nichtrauchen ist cool“ will das CCC-MV Risiken für Tumorerkrankungen bereits im Kindes- und Jugendalter adressieren. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen und wird an den Universitätsmedizinen Rostock und Greifswald durchgeführt. Perspektivisch sollen weitere Themen der Krebsprävention wie die HPV-Impfung hinzukommen.

Dass solche Angebote notwendig bleiben, zeigen die aktuellen Zahlen zum Rauch- und Nikotinkonsum. Die große Mehrheit der Jugendlichen lebt zwar weiterhin rauchfrei, der positive Trend der vergangenen Jahrzehnte hat sich zuletzt jedoch umgekehrt: Fast jeder zehnte Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren raucht inzwischen wieder in der einen oder anderen Form.

Das Präventionsprojekt „Nichtrauchen ist cool“ wird durch Ärztinnen und Ärzte sowie Studierende der Universitätsmedizin Rostock ermöglicht, die sich zusätzlich zu ihren regulären Aufgaben zweimal im Jahr für die Veranstaltungen engagieren. So wurden allein im Jahr 2026 über 700 Schülerinnen und Schüler erreicht.

 

Weitere Informationen, Termine und Ansprechpartnerinnen: https://ccc-mv.de/praevention/fuer-schulen

Kontakt
Johanna Schmidt
Wissenschaftliche Koordinatorin für Outreach und Prävention
Comprehensive Cancer Center Mecklenburg-Vorpommern Campus Rostock

Tel.: 0381 494-45804
E-Mail: Lehre.umr@ccc-mv.de

 

* vgl. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (2026): Vapen bei Jugendlichen auf dem Vormarsch. URL: infodienst.bioeg.de/gesundheitsfoerderung/fachinformationen/vapen-bei-jugendlichen-auf-dem-vormarsch (Stand 09.09.2026).