Anlässlich des World Cancer Research Day am 24. September 2026 stellen wir die Beteiligung an dieser bahnbrechenden Studie exemplarisch für die aktuelle Krebsforschung am Comprehensive Cancer Center Mecklenburg-Vorpommern vor.
Was steckt hinter der „Krebsimpfung“?
Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Grippe-Impfung soll die sogenannte Krebsimpfung nicht vor einer Krebserkrankung schützen. Vielmehr wird sie nach einer operativen Entfernung des Tumors eingesetzt und soll vor allem zur Unterstützung des Immunsystems beitragen. Damit können verbliebene Krebszellen durch die körpereigene Abwehr besser erkannt und bekämpft werden.
Die Idee dahinter: der mRNA-Impfstoff wird für jeden Patienten passend zum Tumor hergestellt. Dafür werden Gewebeproben entnommen und auf charakteristische genetische Veränderungen untersucht. Die im Impfstoff enthaltene mRNA liefert dem Körper die entsprechenden Informationen zu ausgewählten Neoantigenen – Merkmalen, durch die hauptsächlich die Krebszellen gekennzeichnet sind. Dadurch wird das Immunsystems auf die Tumorzellen aufmerksam gemacht und eine gezielte Abwehrreaktion gegen diese ausgelöst.
Was zeigen die bisherigen Ergebnisse?
In der laufenden Phase III-Studie wurde der personalisierter mRNA-Impfstoff mit einer bereits angewandten Immuntherapie, sogenannter Checkpoint-Inhibitoren kombiniert und die Auswirkungen untersucht. An der Studie waren insgesamt 1.137 Patientinnen und Patienten aus zehn europäischen Ländern beteiligt, darunter auch Studienteilnehmende der Klinik und Poliklinik für Dermatologie der Universitätsmedizin Rostock. In einer ersten Zwischenanalyse wurde jetzt bekannt gegeben, dass die kombinierte Therapie signifikante und klinisch bedeutsame Vorteile mit sich bringt. Unter anderem konnte das rezidivfreie Überleben, also die Zeit, in der kein Wiederauftreten der Erkrankung und das fernmetastasenfreie Überleben, das Auftreten von Metastasen, verbessert werden. Die Studie wird jedoch noch fortgeführt, damit noch weitere wichtige Endpunkte, wie etwa das Gesamtüberleben betrachtet werden können.
Diese ersten Ergebnisse bestärken Mediziner jedoch in ihren Erwartungen an die mRNA-Technologie, so die Tagesschau. Dies könnte die Behandlung von Krebs revolutionieren, berichtet das Nachrichtenportal weiter**. Eine Zulassung der Therapie liegt aber noch nicht vor. Erst müssen alle Studienergebnisse ausgewertet und veröffentlicht werden, bevor weitere Schritte in Richtung Zulassung gegangen werden können.
Beteiligung aus Rostock am Forschungserfolg
Das Comprehensive Cancer Center an der Universitätsmedizin Rostock ist Teil des internationalen Durchbruchs. Mit der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie ist ein wichtiges Studienzentrum am Standort Rostock in der Phase III-Studie aufgeführt. Insgesamt umfasst die Studie 60 Studienzentren in zehn europäischen Ländern.
Die Beteiligung an der Studie ermöglicht es dem Standort Rostock, an der klinischen Erforschung eines neuen, personalisierten Behandlungsansatzes beim schwarzen Hautkrebs mitzuwirken und damit einen Beitrag zu Weiterentwicklung in der Krebsmedizin zu leisten.
Der World Cancer Research Day macht seit 2016 weltweit darauf aufmerksam, wie wichtig Forschung für die Prävention, Früherkennung und Behandlung von Krebs ist. Zum zehnjährigen Bestehen steht der Tag 2026 unter dem Motto „Advancing Cancer Research Together“ – Krebsforschung gemeinsam voranbringen.
Am Standort Rostock werden nicht nur weitere Erfahrungen in international durchgeführten Forschungsprojekten gesammelt, sondern es wird auch getreu des diesjährigen Mottos zur gemeinsamen Krebsforschung beigetragen.
Kontakt:
Angelina Ströhl
Wissenschaftskommunikation
Comprehensive Cancer Center Mecklenburg-Vorpommern Campus Rostock
Tel.: 0381 494-45815
E-Mail: Angelina.Stroehl@
ccc-mv.de
* vgl. Johann Roch (2026): Erster Impfstoff gegen schwarzen Hautkrebs soll Rückfall verhindern. In: apotheken-umschau.de (21.08.2026). URL: apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/krebs/erster-mrna-impfstoff-gegen-hautkrebs-in-sicht-durchbruch-in-der-onkologie-1528481.html (Stand 23.09.2026).
** vgl. Martin Winkelheide (2026): Hoffnung durch mRNA-Impfung gegen Hautkrebs. In: tagesschau.de (01.06.2026). URL: tagesschau.de/wissen/forschung/mrna-impfung-hautkrebs-100.html (Stand 23.09.2026).