Mit dem Start der European Joint Action on Personalised Cancer Medicine (JA PCM) haben sich 29 europäische Länder und mehr als 140 Organisationen zusammengeschlossen, um personalisierte Krebsmedizin europaweit weiterzuentwickeln und gerechter zugänglich zu machen. Das vom belgischen Gesundheitsinstitut Sciensano koordinierte Projekt ist auf vier Jahre angelegt und verfolgt das Ziel, Forschung, Versorgung und Gesundheitspolitik stärker miteinander zu vernetzen.
Die Initiative greift zentrale Fragestellungen einer patientenzentrierten und verantwortungsvollen personalisierten Krebsmedizin auf. Dazu zählen insbesondere ethische Herausforderungen bei der Nutzung genetischer und datenbasierter Verfahren, Fragen einer gerechten Umsetzung sowie die Einbindung unterschiedlicher Interessensgruppen. Das CCC-MV übernimmt über die Universitätsmedizin Rostock eine aktive Rolle im Workpackage Ethik und wirkt federführend an der Analyse ethischer Herausforderungen und Unsicherheiten sowie an der Entwicklung von Aufklärungsmaterialen zur informierten Entscheidungsfindung in der personalisierter Krebsmedizin mit.
Inhaltlich verfolgt die JA PCM einen ganzheitlichen Ansatz entlang des gesamten Patientenpfads – von der Prävention über Diagnostik und Therapie bis hin zur Nachsorge. Zentrale Bestandteile sind Pilotprojekte zu risikobasierter Prävention, molekularen Tumorboards, Liquid-Biopsy-Verfahren, digitalen Anwendungen sowie innovativen Versorgungs- und Entscheidungsmodellen. Ergänzt werden diese durch Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Aus- und Weiterbildung sowie zur Weiterentwicklung ethischer und rechtlicher Rahmenbedingungen.
Der zweitägige Kick-off der Joint Action brachte am 14. & 15. Januar 2026 rund 360 Teilnehmende aus 140 Organisationen und 29 europäischen Ländern zusammen und markierte den offiziellen Startpunkt der gemeinsamen europäischen Zusammenarbeit in der personalisierten Krebsmedizin.
Für die Universitätsmedizin Rostock nahm Prof. Haier vom CCC-MV an dem Auftakttreffen in Brüssel teil.