Mit dem neuen Gerät kann die genetische Beschaffenheit von Tumoren künftig deutlich präziser analysiert werden. Jeder Tumor weist eigene molekulare Merkmale auf, daher sind diese Informationen oft entscheidend, um eine passende und wirksame Therapie zu finden. Der Sequenzierer ist am Institut für Molecular Genomics und der zugehörigen Core Unit Genomics der Universitätsmedizin Greifswald angesiedelt und bringt die Hochleistungs-Genomsequenzierung erstmals in die klinische Patientenversorgung nach Mecklenburg-Vorpommern.
Prof. Dr. Josefine Radke, Direktorin des Instituts für Molecular Genomics und kommissarische Direktorin des CCC-MV am Standort Greifswald, unterstrich die Bedeutung der neuen Infrastruktur: „Das Gerät entschlüsselt unser Erbgut. Durch das genaue Ablesen der DNA können wir die Therapien für die Patienten so maßschneidern, dass bei optimierter Wirkung auf den Tumor weniger Nebenwirkungen auftreten.“
Die Anwesenheit von Wissenschaftsministerin Bettina Martin hob die besondere Bedeutung der Inbetriebnahme ebenfalls hervor. Sie startete den neuen Hochleistungs-Genomsequenzierer in Greifswald persönlich. Für sie sei er ein „Quantensprung“ für Krebsforschung und Krebstherapie in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land hat die Anschaffung mit zwei Millionen Euro gefördert. „Das wird den Betroffenen viel Leid während der Krebstherapie ersparen“, so die Ministerin.
Der Hochleistungs-Genomsequenzierer kann innerhalb von 24 Stunden die Genome von bis zu 60 Patientinnen und Patienten analysieren. Für die Region bedeutet das einen spürbaren Fortschritt. Moderne genetische Diagnostik steht nun direkt vor Ort zur Verfügung und kann dazu beitragen, Krebserkrankungen früher und präziser einzuordnen sowie individualisierte Therapieentscheidungen besser zu unterstützen.
Auch für das CCC-MV ist die Inbetriebnahme von außerordentlicher Bedeutung. Als onkologisches Spitzenzentrum wurde es gegründet, um Krebspatientinnen und -patienten in Mecklenburg-Vorpommern eine Behandlung auf dem neuesten Wissenschaftsstand anbieten zu können und innovative Forschung unmittelbar in die Versorgung einfließen zu lassen. Zur Eröffnung wurde die wissenschaftliche Perspektive deshalb bewusst um die Sicht von Betroffenen ergänzt: Eine Vertreterin des OnkoBeirats des CCC-MV sprach über die klinische Bedeutung der Genomsequenzierung aus Patientensicht. Damit wurde deutlich, dass hochpräzise Diagnostik nicht nur ein technologischer Fortschritt ist, sondern auch konkrete Auswirkungen auf Orientierung, Therapieentscheidungen und Sicherheit im Behandlungsverlauf haben kann.
Für das CCC-MV steht die Inbetriebnahme für eine Krebsmedizin, in der technologische Innovation, standortübergreifende Zusammenarbeit und Patientenorientierung zusammenkommen. Sie ist damit ein wichtiger Schritt, um moderne onkologische Diagnostik und personalisierte Therapieansätze langfristig stärker in der Versorgung zu verankern.